Ausbildung

Voraussetzungen für den Rettungshund:

Fast jeder Hund zwischen 8 Wochen und 4 Jahren kann mit dem Training als Rettungshund beginnen. Er sollte ausgewachsen mittelgroß sein, der Hundeführer muß ihn unbedingt noch tragen können!
Ob Mischling oder Rassehund spielt hier keine Rolle, wenn sein Charakter beachtet wird. Die Hunde müssen vom Körperbau wendig sein, da sie sich in allen Lagen besonders sicher bewegen müssen. Beim Klettern, Kriechen und Springen in Trümmern wird der Knochenbau stark beansprucht. Zu schwere Hunde sind nicht belastbar. Zu kleine Hunde können z.B. keine Leitern gehen und größere Abstände überwinden. Das gilt ebenso für die Suche im unwegsamen Gelände. Zu kleinen oder auch zu großen schweren Hunden fehlt die Kondition für eine stundenlange, manchmal auch mehrere Tage hintereinander dauernde Suche. Zukünftige Rettungshunde dürfen nicht ängstlich sein und müssen hervorragend sozialisiert sein. Raufer sind nicht erwünscht. Die Ausbildung setzt natürliches Rudelverhalten und ein gesundes Verhältnis zum Menschen voraus. Die Hunde arbeiten ohne Leine und teilweise ohne Halsband. Daher müssen sie sich gegenüber ihren Artgenossen neutral verhalten.

Voraussetzungen für den Hundeführer:

Absolutes Vertrauen zwischen Hundeführer und seinem Hund ist die Grundlage der Rettungshunde-Ausbildung. Hundeführer und Hund bilden eine Einheit, das Rettungshund-Team = RH-Team. In Einsatzsituationen muß sich ein RH-Team ganz genau kennen. Allein die Stimme (oft über weite Entfernung) muß einem Hund Sicherheit geben. Erst durch jahrelange Beschäftigung mit dem Hund und durch das Zusammenleben in der Familie kann dieses Vertrauen geschaffen werden. Der Hund muß schon im Welpenalter ständig wechselnde kleine Erlebnisse in der Familie sowie der Umgebung erfahren. Der Hund sollte immer wieder Kontakt mit anderen Hunden und Menschen haben. Daher ist eine Zwingerhaltung in jedem Fall ausgeschlossen. Nehmen Sie Ihren Hund in die Stadt zum Einkaufen, auf Ausflüge und in die Ferien mit, soweit das möglich ist. Dabei lernt das Tier automatisch, wie es sich in Streßsituationen zu verhalten hat. Möglichst viele Umgebungsreize müssen schon beim Heranwachsen vertraut sein. Die Folgen negativer Erlebnisse und mangelndes Vertrauen hemmen den Hund sehr bei seiner Ausbildung. Gehen Sie möglichst schon mit Ihrem Welpen zum Training bei einer Rettungshundestaffel.

Der zukünftige Rettungshundeführer muß wissen, dass

  • · · dieses idealistische Hobby einen hohen Zeitaufwand verlangt
  • · · alle Staffelmitglieder ehrenamtlich tätig sind
  • · · alles Erlernte auch in anderen Lebensbereichen nützlich ist
  • · · er seinem Tier mit dieser Arbeit eine optimale Beschäftigung bietet
  • · · er keine Pokale oder Auszeichnungen erwarten darf, dafür aber eine sinnvolle und befriedigende Aufgabe findet
  • · · die Leistung des Einzelnen nur in einer gut funktionierenden Gruppe Erfolg verspricht.

Dauer der Ausbildung. Wann wird mein Hund ein Rettungshund

Viele Interessenten sind erstaunt über die relativ lange Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren. Das gilt für einen erwachsenen Hund. Beim Welpen kommt das sogenannte Welpenjahr hinzu. Aber nicht nur der Hund muß ausgebildet werden, auch der Hundeführer muß wieder auf die Schulbank und lernt:

  • Erste Hilfe an Mensch und Hund
  • Sanitätsausbildung A+B
  • Orientierung mit Karte und Kompaß in schwierigem Gelände
  • Trümmerkunde
  • Geländekunde
  • Streßbewältigung
  • Kynologie

Das sind nur einige der Unterrichtsfächer. Erst nach erfolgreich abgelegter Prüfung in Theorie und Praxis wird man als RH-Team anerkannt. Wichtig: Nur geprüfte Hunde anerkannter RH-Staffeln dürfen in den Einsatz. Die Prüfung muß jährlich wiederholt werden. Hinzu kommen weiterführende Lehrgänge.

Voraussetzungen für den Helfer:

Um einem Hund beizubringen dass er Menschen suchen soll, muss man ”Opfer” verstecken: Diese Rolle übernehmen die Helfer. Sie sind während der Ausbildung sogar wichtiger als der Hundeführer, denn sie loben und motivieren den Hund im Versteck.
Jeder, der Hunde mag, Durchhaltevermögen besitzt und den auch ein bißchen Abenteuer nicht schreckt - dunkle Abbruchhäuser, Erdhöhlen und Gebüsch - kann bei uns als Helfer aktiv werden.
Auch ohne eigenen Hund können Sie so hautnah den Umgang mit Hunden erleben.

Wir suchen jederzeit vielfältige Unterstützung:

Sie sehen, auch ohne Hund können uns unterstützen!

Grundsätze für die Ausbildung und Arbeit mit dem Hund

Nun verstehen Sie sicher, warum eine seriöse Ausbildung nicht in wenigen Wochen oder sogar in Lehrgängen erfolgen kann (evtl. “mal eben” im Urlaub). Hinzu kommt, daß die aktiven Gruppen der einzelnen Rettungshundestaffeln homogene Einheiten sind, die sich gut kennen und sich im Einsatz 100%ig aufeinander verlassen müssen. Hund und Mensch stehen im Ernstfall unter großer Belastung, da bewahrt nur ein gründliches Training vor Schaden.

Kurz zusammengefaßt:

Ausbildung des Hundes

  • durch regelmäßiges Training
  • grundsätzlich nur durch Spiel oder Futter
  • ohne Zwang, dafür um so mehr Lob nach jeder gelungenen Übung
  • durch Wiederholung auch bereits gelungener Übungsteile
  • durch Konsequenz
  • durch mögliche Wiederholungen auf jedem Spaziergang
  • durch viel Spiel mit den Artgenossen. Das Rudel muß zusammenwachsen, damit es sich im Ernstfall kennt.

Wenn Sie nun der Ansicht sind, diese Art der Ausbildung ist für Sie und ihren Hund genau die richtige, schauen Sie doch einfach mal unverbindlich beim Training der Rettungshundestaffel  zu. Wir werden Ihnen vor Ort die Arbeit der Hunde in der Praxis zeigen und jede Ihrer speziellen Fragen beantworten .

 

Wir trainieren 2 mal pro Woche an unterschiedlichsten Tagen, somit hat jeder Helfer die Möglichkeit an den Trainings teilzunehmen.